Uni-Tübingen

30.04.2020

Bundesbildungsministerium stellt überbrückungshilfe für Studierende in pandemiebedingten Notlagen bereit

Pressemitteilung des Bundesbildungsministeriums - Karliczek: Wir unterstützen Studierende in Not

Die Corona-Pandemie stellt viele Studierende vor finanzielle Herausforderungen. Zwei Drittel der Studierenden arbeiten neben dem Studium. Viele von ihnen haben ihre Jobs infolge der aktuellen Corona-Pandemie verloren. Das stellt viele vor finanzielle Engp?sse. Für solche F?lle stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine überbrückungshilfe bereit. Dazu erkl?rt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

"Viele Studierende haben im Zuge der Corona-Pandemie ihre Studentenjobs verloren. Die betroffenen Studierenden stellt dies vor finanzielle Engp?sse. Sehr viele Studierende sind neben dem Studium erwerbst?tig. Etwa zwei Drittel aller Studierenden arbeiten neben dem Studium, bei den ausl?ndischen Studierenden sind es sogar drei Viertel. Für viele dieser Studierenden, die Einkommensverluste ausgleichen müssen, kommt nun eine BAf?G-F?rderung in Betracht.
Betroffen sind aktuell aber auch Studierende, die nicht BAf?G-f?rderf?hig sind und keine anderen Einkünfte wie zum Beispiel ein Stipendium oder eine F?rderung als Erasmus-Studierende erhalten. Wenn ihr Erwerbseinkommen wegbricht, stehen sie aktuell h?ufig vor finanziellen Problemen.

In den zurückliegenden Tagen habe ich Schreiben von Studierenden erhalten, die mir in dieser Ausnahmesituation ihre Not geschildert haben. Mir ist wichtig, dass diese betroffenen Studierenden nun rasch eine überbrückungshilfe erhalten k?nnen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Corona-Pandemie Studierende in den Abbruch oder die Aufgabe ihres Studiums treibt.
Wir haben in der Bundesregierung und der Koalition in den letzten Tagen intensiv über L?sungsans?tze diskutiert. Ich freue mich, dass wir heute ein ausgewogenes Konzept für die Betroffenen vorstellen k?nnen. Es berücksichtigt, dass weitere Hilfen in dieser Ausnahmesituation notwendig sind. Gleichzeitig werden die finanziellen Belastungen für künftige Generationen berücksichtigt.

Nicht alle betroffenen Studierenden k?nnen ihre bisherigen Einkünfte kurzfristig durch anderweitige Arbeitsgelegenheiten ausgleichen. Diesen Studierenden steht nun die M?glichkeit offen, ein in der Startphase zinsloses Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beantragen.

Dabei stützen wir uns auf den langbew?hrten KfW-Studienkredit, der mit Blick auf die voraussichtlich noch l?nger dauernde Krisenzeit bis zum 31. M?rz 2021 zinslos gestellt wird. Dies gilt sowohl für neue Antragsteller, die ab dem 8. Mai hinzukommen, als auch für die Studierenden, die zwischen Mai 2020 und M?rz 2021 in dieser Zeit bereits laufende Kredite ausgezahlt bekommen. Für die aktuell besonders betroffene Gruppe der ausl?ndischen Studierenden werden wir von Juli 2020 bis M?rz 2021 den Studienkredit ?ffnen.

Konkret: Studierende k?nnen ab Anfang Mai bei der KfW ein zinsloses Darlehen beantragen. Das zinslose Darlehen hat eine H?he von bis zu 650 Euro im Monat. Das Darlehen kann unbürokratisch online beantragt werden. Das ist ein faires, schnelles und wirksames Angebot für die betroffenen Studierenden. Ich bin der KfW dankbar für ihre Unterstützung. Damit steht den betroffenen Studierenden ein bew?hrtes Instrument bereit, mit dem die überbrückungshilfe rasch betroffene Studierende erreicht. Insgesamt kann damit ein Darlehensvolumen von bis zu einer Milliarde Euro aktiviert werden.

Neben der Hilfe über die KfW werden wir darüber hinaus dem Deutschen Studentenwerk 100 Millionen Euro für die Nothilfefonds der Studierendenwerke vor Ort zur Verfügung stellen. Mit diesem Geld soll denjenigen Studierenden in nachweislich besonders akuter Notlage geholfen werden, die ganz unmittelbar Hilfe ben?tigen und keine andere Unterstützung in Anspruch nehmen k?nnen. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den Studierendenwerken im ganzen Land für die Studierenden da sind, danke ich von Herzen für ihren Einsatz.

Diese Ma?nahme erg?nzt die bereits ergriffenen Initiativen des Bundesbildungsministeriums zur Unterstützung von Studierenden in der aktuellen Ausnahmesituation. Wir haben beim BAf?G und bei Stipendien der Begabtenf?rderungswerke bereits zahlreiche Erleichterungen vorgenommen. Damit unterstützen wir bisherige BAf?G-Empf?nger, aber auch besonders die Studierenden, die nun neue Antr?ge stellen. Allen übrigen Studierenden stehen die neuen Hilfen offen."

Dr. Günther Br?unig, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe, sagt: "Mit dem Studienkredit hat die KfW seit Einführung im Jahr 2006 das Ziel verfolgt, ein Hochschulstudium unabh?ngig vom finanziellen Hintergrund zu erm?glichen und so einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu leisten. In schwierigen Zeiten ist diese Unterstützung wichtiger denn je: Alle Studierenden, die Auszahlungen im KfW-Studienkredit erhalten, k?nnen ihr Studium in der Corona-Krise dank der zinsfreien Phase aufnehmen bzw. fortführen, auch bei Wegbrechen der Nebenjobs oder geringerer Unterstützung durch Eltern, die m?glicherweise ebenso in Schwierigkeiten stecken."

Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekret?r des Deutschen Studentenwerks (DSW), erkl?rt: "Wir begrü?en ausdrücklich, dass die Bundesregierung, explizit Frau Bundesministerin Karliczek, eine Nothilfe für Studierende bereitstellt. Für die Umsetzung dieser Hilfen über die Studenten- und Studierendenwerke werden wir jetzt zügig mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Verfahren für die konkrete Umsetzung entwickeln. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Hilfe rasch bei den betroffenen Studierenden ankommt."

Hintergrund:

Der Studienkredit der KfW ist ein bew?hrtes Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Seit 2006 bietet es Studierenden die M?glichkeit, monatlich bis zu 650 Euro aufzunehmen. Grunds?tzlich anspruchsberechtigt sind Studierende aller staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland im Alter von 18 bis 44 Jahren, die eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • deutsche Staatsbürger mit inl?ndischer Meldeadresse,
  • Familienangeh?rige eines deutschen Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • EU-Staatsbürger, die sich rechtm??ig seit mindestens drei Jahren st?ndig in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Familienangeh?rige eines solchen EU-Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Bildungsinl?nder und in Deutschland gemeldet.

Für die überbrückungshilfe wird die Empf?ngergruppe des klassischen KfW-Studienkredits befristet erweitert. So k?nnen auch ausl?ndische Studierende - also Angeh?rige von Drittstaaten und EU-Bürger, die sich erst kurz in Deutschland aufhalten - das in der Startphase zinslose Darlehen in Anspruch nehmen.

Beantragt werden kann die überbrückungshilfe in Form des in der Startphase zinslosen Darlehens ab dem 8. Mai 2020 bei der KfW. Ausl?ndische Studierende k?nnen ab dem 1. Juni 2020 einen Antrag stellen. Es gilt das bew?hrte Antragsverfahren (n?here Informationen: www.kfw.de/studienkredit-coronahilfe). Grunds?tzlich gelten die allgemeinen Bedingungen des KfW-Studienkredits mit einer maximal monatlichen Auszahlung von 650 Euro. Der reduzierte Zins gilt bis 31. M?rz 2021.

Es gelten die üblichen Rückzahlungsmodalit?ten der KfW-Studienkredite. Die Karenzphase, 6 bis 23 Monate im Anschluss an die Auszahlungsphase, ist dabei eine tilgungsfreie Zeit.

Die Mittel für die Nothilfefonds der Studierendenwerke werden von diesen nach den üblichen strengen Regelungen der Fonds als nichtrückzahlbare Unterstützung an Studierende in besonders akuten Notlagen vergeben.

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